Die Geschichte des Gruyère AOC

Anlässlich der Landwirtschaftsausstellung von Paris im Jahr 1856 werden zwei Freiburger Aussteller für ihren Gruyère - laut einem Jurymitglied die "besten der Welt" und "hervorragende Produkte von Freiburger Kühe" - mit der Goldmedaille geehrt. Dies fördert den Absatz ganz besonders. Ab 1860 wird der Gruyère bis in die englischen und niederländischen Kolonien in Indien exportiert. Im Jahr 1864 wird ein Handelsabkommen zwischen der Schweiz und Frankreich unterschrieben, wobei es darum geht, die Produkte bezüglich ihrer Form und ihrer Haltbarkeit so anzupassen, dass sie lange Reisewege schadlos überstehen.

Um das Jahr 1870 gibt es im Kanton Freiburg rund 254 Gruyère-Hersteller (einschliesslich Alpbetriebe), wobei 193 davon sich in einem Verein zusammenschliessen.

1873 erscheint "Le manuel des fromageries" von R. Schatzmann.

1888 gründet der Kanton Freiburg die erste Milchzentrale. Ab dem Jahr 1890 werden die Milchgenossenschaften von der Freiburger Regierung dazu verpflichtet, ihre Statuten zu überarbeiten.

Da er über keine geschützte Ursprungs-bezeichnung verfügt und zu seiner Verteidigung nur seine hervorragende Qualität besitzt, wird der Gruyère überall kopiert.

Durch den Vertrag von Madrid am 14. April 1891, an welchem sich die Schweiz anschliesst und in dem festgehalten ist, dass Produkte, dessen Herkunft fälschlicherweise aus einem der unterzeichnenden Ländern vorgegaukelt wird, an der Grenze eben dieser Länder beschlagnahmt werden, beginnt der eigentliche Kampf für den Schutz seines Ursprungs.

Am internationalen Molkereikongress in Paris im Jahr 1926 wird eine Resolution angenommen, in welcher vorgeschrieben wird, dass vom Herkunftsort abgeleitete Käsenamen, wie z.B. Emmentaler, Gruyère, Parmesan, Roquefort, Camembert, usw., nur für Produkte verwendet werden dürfen, die in der Ursprungsregion hergestellt werden.

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