Pressemitteilung

Delegiertenversammlung vom 16.06.2010

Pressemitteilung

Am 16. Juni hat die Sortenorganisation Gruyère ihre jährliche Delegiertenversammlung abgehalten. Bei dieser Gelegenheit konnte ein Fazit zum Jahr 2009 gezogen und auch die verschiedenen Geschäfte des Gruyère AOC im ersten Semester 2010 beleuchtet werden.

Im Jahre 2009 war der Gruyère AOC auf nationaler Ebene der meist produzierte Käse. Auch wenn dieser Umstand für den Gruyère AOC nicht ein Ziel an sich darstellt, so ist das doch ein Zwischenschritt zur Erreichung der Produktion von 30'000 Tonnen. 2009 wurden 28'750 Tonnen produziert. Der Konsum bildete sich auf dem nordamerikanischen Markt zurück. Anzumerken gilt es allerdings, dass die verlorenen Marktanteile im Jahre 2010 zurück erobert werden könnten. Zurzeit erfordert die Entwicklung des Konsums auf nationalem und vor allem auf europäischem Gebiet die grösste Aufmerksamkeit. Im Jahr 2009 hat die Sortenorganisation grosse finanzielle Anstrengungen unternommen, um das Konsumentenniveau hoch zu halten, was sich in der Jahresrechnung niedergeschlagen hat. Die Reserven der Vorjahre mussten dafür verwendet werden. Auch die Entwicklung des EURO beschäftigt die Branche. Mit der Frankenstärke wird der Gruyère AOC teurer, was sich in denjenigen Ländern negativ auswirkt, in welchen die Konsumenten bereits heute wirtschaftlich unter Druck sind. Für die ersten vier Monate geben die Zahlen jedoch zu Hoffnung Anlass.

Das Qualitätsniveau ist hervorragend, womit der Gruyère in den verschiedenen Wettbewerben sehr gute Ergebnisse erzielt. Dabei dürfen wir unterstreichen, dass der Gruyère AOC von M. Hunkeler aus Sommentier bei den letzten Bergkäse-Olympiaden den ersten Rang erzielte. Zudem wurde Herr Cédric Vuille aus La Brévine anlässlich der World Cheese Awards mit dem Weltmeistertitel ausgezeichnet. Die Preise für den fünf Jahre dauernden Wettbewerb der besten Durchschnittsresultate konnten dank dem hervorragenden Qualitätsniveau verteilt werden. Die beiden Sieger waren Herr Progin, Alpkäseproduzent in Gros-Plané für seinen Alp-Gruyère AOC sowie Herr Cardinaux, Käser in Äschlenberg für seinen Käsereigreyerzer.

In diesem positiven Umfeld sorgt sich die Sortenorganisation darum, die Vorräte auf einem vernünftigen Niveau zu halten. Deswegen wurde im April entschieden, die Milchproduktion dieses Jahresbeginns auszugleichen, um für den Herbst eine gute Ausgangslage zu schaffen. Auch wenn dieser Entscheid umstritten war, ist er für den Erhalt von gesunden Finanzen des Gruyère AOC unabdingbar.

Bezüglich der europäischen Anerkennung wurden im Jahre 2009 auch wesentliche Fortschritte erzielt. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung wird in Zukunft den Austausch von Produktelisten AOC/Sortenorganisationen zwischen Europa und der Schweiz erlauben. Diese Vereinbarung wird von der Sortenorganisation begrüsst und sollte im Verlaufe 2010 ratifiziert werden können. Allerdings birgt die Publikation von Projekten der Bundesbehörden gewisse Risiken. Das - unzutreffend benannte - Konsolidierungsprogramm, welches im Parlament diskutiert wird, könnte den Gruyère AOC negativ beeinflussen.

Zwei Massnahmen betreffen direkt den Käsemarkt. Die erste betrifft die Verkaufsförderung. Bei der zweiten handelt es sich um Sparmassnahmen im Zusammenhang mit der Teuerung, welche die Fabrikationszulage betreffen werden. Es ist völlig unverständlich, dass der Bund das Dossier der Verkaufsförderung antastet, obwohl er immer wieder die Wichtigkeit dieser strategischen Massnahme betont hat, mit der die Qualität sichergestellt und die Mengen erhöht werden sollen. Die bisher zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sind zum Erhalt bzw. zum Ausbau der Mengen in der Schweiz und im Ausland unabdingbar. Der Verlust dieser wertvollen, finanziellen Unterstützung wäre für den Gruyère AOC im Hinblick auf die Verkaufsförderung auf dem europäischen Markt katastrophal. Zugleich könnte der schwache EURO bereits Druck auf die abgesetzten Mengen ausüben. Die Sortenorganisation Gruyère AOC hofft, dass die beiden Kammern die nötigen Korrekturen einbringen werden, um die verschiedenen landwirtschaftlichen Geschäfte auf dem richtigen Kurs zu halten. Zum gleichen Thema der Verkaufsförderung bleibt zu hoffen, dass die Bundesverwaltung ihr Projekt zur Zentralisierung der Förderungsorganisationen aufgeben wird. Die Differenzierungsmöglichkeiten müssen unbedingt erhalten bleiben, um den Erfolg der verschiedenen Schweizer Käse und der anderen landwirtschaftlichen Produkte zu garantieren. Der Begriff der Diversität der Schweizerischen kulinarischen Produkte darf nicht ausgehölt, sondern muss als Trumpf betrachtet werden.

Die Sortenorganisation Gruyère lädt Sie alle als Höhepunkt des Jahres 2010 an die Swiss Cheese Awards ein, welche vom 30. September bis zum 3. Oktober in Neuenburg stattfinden werden. Zur Freude der Geschmacksnerven darf die Sortenorganisation des Gruyère diese wichtige Veranstaltung der Schweizer Käser in ihrer Herkunftsregion begrüssen. Inzwischen hoffen die verschiedenen Partner, dass die ökonomischen und politischen Entwicklungen eine optimale Aufwertung des Gruyère AOC erlauben werden.



Sortenorganisation Gruyère
Philippe Bardet
Direktor
079/317.82.61


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