Pressemitteilung

Delegiertenversammlung vom 30.11.2011

Pressemitteilung betreffend die Delegiertenversammlung vom 30.11.2011

Unter der erstmaligen Führung des neuen Präsidenten, Herr Oswald Kessler, fand am 30. November die Delegiertenversammlung der Sortenorganisation Gruyère statt. Dabei wurden wichtige für das Jahr 2012 geltende Beschlüsse gefasst.
Einleitend begrüsste die Sortenorganisation ein weiteres Mal den zwischen der Schweiz und der EU abgeschlossenen Vertrag über die gegenseitige Anerkennung der GUB und GGA, der an diesem 01. Dezember in Kraft tritt. Es handelt sich dabei um einen spürbaren Vorteil zum Schutze traditioneller Lebensmittel, darunter den Gruyère AOC als eines der wichtigsten Produkte. Diese Uebereinkunft soll eine Ermutigung sein, den langen Kampf für den Schutz solcher Produkte auch auf weltweiter Ebene fortzuführen. Es gilt bereits an dieser Stelle, jedem, der zu diesem ersten, wichtigen Abschluss beigetragen hat, den besten Dank auszusprechen.
Die Delegiertenversammlung fasste wichtige Beschlüsse, um auch künftig die Aufgaben in einem rechtlich abgestützten Umfeld erfüllen zu können. So wurde eine Regelung angenommen, welche für alle die Qualitätsförderung als obligatorisch erklärt. Auch wurde für 2012 ein Budget gutgeheissen, welches den ehrgeizigen Erwartungen, die in den wichtigsten Schweizer Käse gesetzt werden, entspricht. Gleichzeitig wurden die verschiedenen Rahmenverträge, die es erlauben, den Gruyère AOC sowohl qualitativ wie auch mengenmässig unter optimalen Bedingungen zu produzieren, erneuert.
Wichtigster Punkt der Delegiertenversammlung war die Festsetzung der für 2012 und weiterer Jahre geltenden Fabrikationsmengen. Die Sortenorganisation Gruyère hat zu diesem Zwecke eine vertiefte Analyse der Märkte, auf denen Gruyère AOC vertreten ist, vorgenommen. Es ist festzustellen, dass die verschiedenen Verkäufer vehement versuchen, innerhalb dieses Rahmens der durch den Kurs des Schweizer Frankens bedingten Teuerung entgegenzuwirken. Dies führt unausweichlich zu substanziellen Preiserhöhungen, deren Konsequenzen nicht immer absehbar sind. Das generelle wirtschaftliche Umfeld und die Krise, die die meisten Länder trifft, in denen Gruyère AOC vertreten ist, lässt uns keinesfalls in einen sorglosen Optimismus verfallen. Und doch, zur Zeit funktioniert der Markt. Das erlaubt uns, die Lagervorräte auf einem ermutigenden Niveau zu behalten.
Unter Berücksichtigung all dieser Ueberlegungen hat die Sortenorganisation beschlossen, die Mengenbewirtschaftung auf Basis der jeder Käserei zugesprochenen Produktionsmenge, aber unter Aufhebung der anfangs 2011 temporär zugeteilten Menge von 2 Prozent, weiterzuführen. Gleichzeitig wurde beschlossen, kurzfristig per 29. Februar 2012 eine weitere Delegiertenversammlung einzuberufen. Anlässlich dieser Versammlung soll über die im 2012 gültigen, definitiven Produktionsmengen und mögliche Perspektiven späterer Jahre befunden werden.
Die Sortenorganisation ist überzeugt, dass dank der Qualität des Produktes, aber vor allem dank dem Zusammenhalt der Sortenorganisation, innerhalb der die gewählten strikten Regelungen seit mehr als 12 Jahren respektiert werden, die Mengen an Gruyère AOC erhöht werden können. Allerdings wird dies nur schrittweise und nur unter Berücksichtigung der geltenden Marktgesetze erfolgen können. Eine Ueberproduktion von nur 1 % reicht aus, um das zerbrechliche Gerüst ins Ungleichgewicht zu bringen, so wie dies gegenwärtig beim Emmentaler auf dramatische Weise veranschaulicht wird.
Geprägt von Zurückhaltung, jedoch überzeugt von der organisatorischen Strenge und Ordnung in den eigenen Reihen, lädt die Sortenorganisation Gruyère die Konsumenten ein, den Gruyère AOC als traditionelles Produkt von hoher Qualität auch weiterhin zu geniessen.

Philippe Bardet, Direktor
079 / 317.82.61

Pringy, den 1. Dezember 2011


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